Polen, wir kommen wieder

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Nach der Zeit in Wroclaw freuten wir uns auch wieder auf Selma, Zweisamkeit und die Natur. Selma konnten wir direkt am nächsten Tag wieder geniessen, die Zweisamkeit und die Natur liessen noch etwas auf sich warten, zu Recht. Auf dem Weg nach Osten fahren wir an Auschwitz vorbei, wo ein Besuch Pflicht ist. Die Leiden dieser Zeit sind unvorstellbar. Doch die Skrupellosigkeit und Massen in welcher dies Nazis die Gräueltaten vollbrachten wird hier fassbar gemacht. So mussten z.B. die Leute, welche nach Auschwitz deportiert wurden, sogar für ihre Zugtickets bezahlen…

Klein und gross, unser Standplatz bei Auschwitz. Hier sieht man nichts mehr von dem Übel, das hier geschah.

Bedrückt doch an viel Gelerntem reicher gingen wir weitern nach Krakau.

Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit in Krakau, denn das einzige Schönwetterfenster der nächsten Tage mochten wir in den Bergen verbringen. Der kurze Eindruck genügt jedoch um sagen zu können: diese Stadt müssen wir auf jeden Fall nochmals besuchen. Der eindrückliche Marktplatz, die gemütlichen Café’s und Bars und die vielen jungen Leute machen die Stadt sympathisch. Auf dem Markt versuchen wir noch, mit möglichst wenig Abfall einzukaufen und füllen unsere Tupperwares mit Gemüse, Früchte, Bulgur und Kaffee. Danach gehts auch schon weiter, ausnahmsweise gen Süden, ins Tatra-Gebirge.

Stürmisches Zakopane

Endlich mal wieder richtige Berge! Zwar ist der höchste Berg im Tatra Gebirge gerade mal knapp 2500m hoch, doch die felsigen Strukturen erinnerten uns stark an den Alpstein und wir fühlten uns sofort zu Hause. Die Berge waren sogar noch weiss bepudert und die Hoffnungen auf eine Skitour kamen auf, und wir holten mal vorfreudig Skier und Felle hervor. Doch das Rheintal wollte uns wohl auch noch etwas Heimatgefühle mitgeben, und wir wurden von heftigen Stürmen überrascht. Unser Nachtplatz unter den Bäumen stellte sich als gar nicht mal so gemütlich heraus und wir beschlossen um 12 Uhr in der Nacht, unsere Selma doch noch an einen etwas weniger baumsturzwahrscheinlichen Ort umzuparkieren. Am nächsten Morgen war der Wind nicht weniger und unsere angedachte Skitour fiel entsprechend in den Wind. Wir versuchten uns zu Fuss und bestiegen den Kasprowy Wierch mit ganzen 1987m! Trotz viel Wind und nicht idealem Wetter fühlten wir uns wieder puddelwohl. Ah ja und dies ohne der Standardausrüstung der Polen. Eigentlich sagt man ja, die Schweizer sind immer zu gut ausgerüstet. Doch als wir mit unseren Trekkingschuhen und dem kleinen Rucksack ein Pole nach dem anderen mit Pickel und Steigeisen ausgerüstet überholten, dachten wir schon ab und an ob die das gleiche Ziel im Sinne haben wie wir.. =) Naja, wir trafen auf dem Gipfel auf jeden Fall auch ein paar einzelne Skitourer, und wir beschlossen, es am nächsten Tag doch noch mit den Skiern zu versuchen. Gesagt getan, und wir konnten am Freitag bei weniger Wind und besserem Wetter praktisch alleine eine wunderschöne Skitour auf den Grenzberg Gorjczkowa Czuba (1913m) unternehmen, und so sogar noch die Slowakei als weiteres Land in unserer Reise, zumindest mit einem Fuss, betreten. Erst als wir wieder unten auf der Piste ankamen, waren wir nicht mehr die einzigen. Viele Polen unternahmen noch bis in den Nachmittag hinein, teilweise mit kurzen Hosen, und selbstverständlich ein paar Dosen Bier im Gepäck eine Skitour der Piste entlang hoch und wieder runter.

Eine neue Ofenscheibe und überraschendes Rzeszow

Die ‚Gutwetterfront‘ war auch schon wieder vorbei und so zog es uns am Samstag wieder weiter nach Osten. Unsere Ofenscheibe war ja immer noch kaputt (jemand dachte mal, das Holzstück müsste doch reinpassen…) und wir fanden auf dem Weg irgendwo im nirgendwo glücklicherweise noch eine kleine Werkstatt, welche uns ein Stück Glas zuschneiden konnte. Und so brillierte unser Ofen wieder in neuer Frische. Unser nächster Stopp war Rzeszow ( ungefähr wie ‚tschestschow‘ ausgesprochen). Eigentlich sind wir ohne jegliche Erwartungen dorthin gefahren. Es war einfach die nächst grössere Stadt mit einem Markt. Doch als wir dort ankamen überraschte uns die Stadt mit viel Tumult, einem Ultra-Marathon (bis zu 110km, das wär was für Neon gewesen), ausvorzüglichen Burgers, exzellentem Kaffee und einer Führung durch die unterirdischen Keller der Stadt. Wir blieben entsprechend auch zwei Nächte und nutzten den regnerischen Sonntag für ein Bad in der lokalen Badi. Lokal war wirklich lokal. Zuerst musste uns gezeigt werden, wie das ganze Schliessfachsystem funktionierte. Als wir dann die Badi betraten, beäugte uns der Bademeister genaustens. Wie kann der sehen, dass wir Touristen sind? Das fanden wir schnell raus. Denn als Andreas ins Wasser wollte, sprang der Bademeister auf und gab ihm zu verstehen, dass hier Badekappenpflicht war. Und ja, jeder einzelne ausser uns trug eine Badekappe. Netterweise konnten wir eine Kappe auslehnen, und trotzdem noch das Bad wie alle anderen geniessen. =)

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