Frische Fische fischt…

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… der Ukrainer. So kam es uns auf jeden Fall vor, als wir die erste Woche durch die Ukraine fuhren. Egal, wo, ob See, Fluss oder Tümpel, ob alt oder jung, es scheint als sei des Ukrainers oberstes Hobby das Fischen. Manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Wir haben bereits in Finnland gemerkt, dass Fischen definitiv nicht unser Hobby und auch nicht unsere Stärke ist und schauten lieber zu. Aber lass uns erstmals von Anfang beginnen…

überall fischen sie

Wir wählten den Montag für die Grenzüberquerung in die Ukraine. Anscheinend gibt es Wartezeiten an der Grenze von bis zu 14 Stunden und wir hofften, dass am orthodoxen Ostermontag etwas weniger los ist. Je mehr wir von Rzeszow weg Richtung Ukraine fuhren, desto ruhiger wurde es dann auch auf den Strassen, bis wir praktisch die Einzigen waren. Auch der Toilettenmann an der WC-Station schaute mich kurz vor der Grenze an, als hätte er noch nie eine Frau auf diesem Areal gesehen, geschweige denn von einer Frau die den Lastwagen fährt!

Keine Menschenseele vor der Grenze zur Ukraine

Es war fast schon gespenstisch ruhig, und so fuhren wir mit etwas mulmigem Gefühl auf die Grenze zu. Das erste Land mit Grenzkontrollen. Haben wir alle Papiere dabei? Bei der grünen Karte haben wir zum Beispiel vor einer Woche gemerkt, dass uns die noch fehlt und vielleicht noch nützlich wäre. Zum Glück konnte uns diese das Schweizer Backoffice ‚Peppi‘ noch kurzfristig organisieren (danke Peppi=)).

Doch unser Gefühl war unbegründet. Ohne Probleme liessen uns die sehr freundlichen Grenzwächter, er entschuldigte sich sogar für sein schlechtes Englisch, durch und so fuhren wir voller Abenteuerlust (und ohne die grüne Karte vorgezeigt zu haben) in die Ukraine ein. Erste Grenzkontrolle: Check!

Fast geschafft

In der Ukraine merkten wir schnell, dass sich unsere ersten Russischlektionen gelohnt haben. Ab sofort war alles nur noch kyrillisch angeschrieben. Auch hat sich die Bremsreparatur gelohnt. Denn auch bei den Strassen und Autos merkte man den Unterschied. Die Strassen wurden holpriger, die Autos älter (und gebastelter=)) und so suchte man sich slalomartig den Weg, um möglichst wenig Schlaglöcher zu treffen.
Selma ist hier übrigens keine Rarität mehr (natürlich abgesehen von ihrer Schönheit) denn viele öffentliche Busse sind genau dieses Mercedes-Modell. So gibt es auch etliche Leute, welche uns an der Bushaltestelle zuwinken um uns anzuhalten.

Die Strassen verlangen etwas mehr Konzentration

Wir fuhren noch die kurze Distanz nach Lviv zum Camping Platz für die nächsten Tage. Campingplätze in der Ukraine gibt es total zwei (Lviv und Kiev) und bedeutet für die Ukrainer einen bewachten Parkplatz bei einem Hotel mit Wasser und Strom. Also nichts Gemütliches. Aber um die Reserven wieder zu tanken genügt es. Wir fuhren jedoch nicht alleine in den Campingplatz ein. Hinter uns her kam, die Polizei. Kaum 2 Stunden in der Ukraine und schon die Polizei am Hals. Das Vorderlicht war kaputt. Die Polizisten waren aber wohl eher an unserer Spezialanfertigung interessiert. Sie zogen dann, nachdem wir die grüne Karte gezeigt haben (danke danke danke Peppi =)) wieder weiter.  

Zu unserem ‚Camping‘ gesellten sich dann noch zwei weitere Toyota Land Cruiser. Top ausgestattete, Deutsche, erfahrene Reisende, einer lebt in Afrika im Busch und der andere hat bereits Eurasien befahren, wollten mit ihren Fahrzeugen, ja genau, in die Mongolei. Sehr aufmunternd… Aber unsere Selma schafft das schon auch irgendwie. Die haben ja auch nur ein halbes Jahr Zeit.

Selma und die zwei anderen

Auf jeden Fall verbrachten wir die nächsten Tage dabei, Lviv auszukundschaften. Eine extrem lebendige Stadt, in welcher egal zu welcher Tageszeit und an welchem Wochentag immer etwas los ist. Tolle Restaurants, Bars und Café’s und so konnte man sich gut einige Tage hier verweilen.

Essenstechnisch konnte man alles haben in Lviv, vom einfachen Wurststand (den Andreas natürlich probieren musste) zum besten, und verhältnismässig wohl auch teuersten Thunfisch ever…

Und weitere skurrile Sachen

Am Wochenende war dann gerade noch das Craft Beer and Vynil Festival. Da das Wetter ziemlich wechselhaft war (aber immerhin kein Schnee), entschieden wir uns dagegen, noch in die Karpathen runterzufahren und hatten entsprechend genug Zeit, das Festival zu besuchen. Eine kurze Auszeit weg von der Stadt brauchten wir dann doch, und so fuhren wir am Mittwochabend in das nächstbeste Dörfchen mit See, in diesem Fall Ivano Franko, um am Tag darauf eine Flachwanderung zu machen. Und was man nicht alles sieht. Alte, verrostete Fussballfelder mitten im Wald, eine Leitung die irgendwo im Nirgendwo aus dem Boden ragt, Bärenspuren (dies leider nicht, aber die Schilder am Strassenrand weisen darauf hin, dass es hier Bären hat), und natürlich jede Menge Fischer.

Was man nicht alles findet auf einer Tagesseewanderung..

Zum ersten Mal frisch geduscht in der Selma geht es dann am Freitag wieder zurück in die Stadt, wo wir noch einen Tag die Aussicht auf dem hohen Schlossberg und dann natürlich das Beer und vinyl-Festival geniessen (https://craftandvinyl.fest.lviv.ua/).

Das Wetter bleibt wechselhaft und wir haben noch gut 500km bis nach Kiev zu meistern. Entsprechend geht es die nächsten Tag unspektakulär von no-name (Riwne) zu no-name (Schytomyr) Stadt bis nach Kiev, wobei auch hier die abendlichen Stadtspaziergänge immer sehr sehenswert waren.

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