Wo die Strasse der Bauernhof ist

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Tiere zuerst, dann Kinder und Frauen. Das sind die Regeln der georgischen Strassen. Was in der Ukraine die Löcher in der Strasse waren, auf die man aufpassen musste, sind es hier die Kühe, Schweine, Schafe und Hunde. Die Freiheit der Tiere ist hier allgemein akzeptiert, und manchmal scheint es, als kosten sie dies so richtig aus.

Georgien haben wir mit der kleinen New York Metropole ‘Batumi’ begonnen. Erstmals kurze Hosen montieren und die Stadt auskundschaften. Karl, der nach der Überfahrt von der Ukraine bei uns auf der Couch übernachtete, begleitete uns auch noch. Das Stadtleben hatten wir aber in Kiew genug ausgekostet, und wir sehnten uns nach der Natur. Je weiter nördlich wir dem Meer entlang fuhren desto ruhiger wurde es, und wir fanden wunderschöne Strandplätze, wo man den Fischern beim Fischen zuschauen konnte, diese selbst geniessen (die Fische, nicht die Fischer) und einfach gemäss dem Motto ‘Carpe Diem’ in den Tag leben konnte.

Schon auch schön, die Zeit am Meer

Wo man den Fischern zuschauen kann

Und gleich selbst mal einen probieren

Und so wird übrigens Shoti/Puri zubereitet. Georgiens köstliches aber wohl auch einziges Brot das zu allen Mahlzeiten und jederzeit gegessen wird.

Mestia

Aber so hitzeempfindlich unsere Selma ist, so bin ich es auch. Als Kind hätte ich jetzt gesagt ‚ich schwitze wie ein ausgetrocknetes Huhn‘ und so etwa empfand ich momentan (wie wird das auch im Iran werden…) Wir wollten sowieso endlich die fast greifbaren Berge erkunden und machten uns auf den Weg nach Mestia – Selma’s erste Bergstrasse (keineswegs vergleichbar mit einer Schwägalpautobahn). An alle Wettenden wie lange Selma es noch macht, sie hat es mit Links gemeistert. Enge Kurven und steile Strassen fuhren wir hoch in die wunderschöne Bergwelt und fanden ein gemütliches Plätzchen mit bester Aussicht in Mestia, wo wir in den nächsten Tagen ein paar Touren unternehmen wollten.

Das Wetter war jedoch leider etwas unsicher, und so begnügten wir uns die ersten Tage mit den touristischeren Touren zu den Koruldi Seen und dem Chalaadi Gletscher. Das war für die erste Steigung seit langem auch ausreichend, hatten wir doch am ersten Abend, als wir in Mestia auf 1400m ankamen sogar Kopfweh und (ich) Nasenbluten! Da sag ich nur, wenn du auf 1400m bereits Kopfweh hast, warst du den Bergen zu lange fern! Nach der Koruldi Wanderung hatten wir dann auch 1450 Höhenmeter in den Beinen und waren am Abend fix und fertig. Für den Elbrus müssen wir wohl noch etwas trainieren…

Auf dem Rückweg kamen wir bei einer etwas heruntergekommenen Alphütte vorbei. Sergej, der dort oben auf einem wirklich sehr primitiven Bettgestell nächtigte, lud uns sofort zum Chai ein. Mit Händen und Füssen versuchten wir, uns so gut es ging zu verständigen. Er konnte fliessend Russisch, jedoch nur sehr gebrochen Englisch und unsere Russischkursbemühungen stecken immer noch bei Lektion 3 fest. Seine Geschichte machte irgendwie nicht so viel Sinn. Nichtsdestotrotz schafften wir es, ihn für das Sonntagsfrühstück am nächsten Morgen um 9.00 Uhr bei uns in der Selma einzuladen. Und siehe da, er tauchte auf und begleitete uns sogar noch zum Chalaadi Gletscher. Erst beim Frühstück checkten wir dann auch, dass er Russe war und per Autostopp während den Sommermonaten durch Georgien und Azerbaidschan trampte. Google Translate sei Dank. =) Auf dem Weg zum Chalaadi Gletscher fanden wir sogar eine gut eingerichtete Kletterwand. Perfekt um unsere eingerosteten Kletterkenntnisse am nächsten Tag vor Abfahrt nochmals auf Vordermann zu bringen.

Nach getaner Kletterrouten hiess es dann noch kurz die Wasserressourcen mit frischem Quellwasser füllen und ab geht’s, wieder denselben Weg runter. Irgendwie liess uns beide das Gefühl nicht los, dass wir irgendwann nochmals hierher kommen werden, um die mächtigen Berge um Mestia zu erklimmen.

Aber zuerst geht es erstmals wieder runter ins Flachland.. Wie ein Kätzchen schnurrt Selma die Bergstrasse runter. Auf den Übernachtungsplätzen finden sich immer mal wieder Hunde, welche dich innerhalb von Minuten als dein Herrchen betrachten und dir auf Schritt und Tritt, in Gori sogar durch die ganze Stadt folgen. Jetzt nur nicht weich werden. Ein Hund im Bus macht die Reise nicht einfacher.

Als nächster Zwischenstopp peilten wir Kutaisi an. Die Stadt haben wir schnell gesehen und wir machen uns lieber auf, am gleichen Tag noch die nördlich gelegenen Prometheus Caves und den Okatse Canyon zu besuchen. Eindrücklich, aber doch etwas vollgepackt der Tag suchen wir spätabends noch ein gemütliches Plätzchen für die Nacht. Nachdem Selma auch die steilsten Strassen (fast) gemeistert hat (bei der letzten kehrten wir dann um, Andreas mag sich leider auch nicht mehr an die genau Zahl erinnern, aber es war wirklich ‚sehr sehr steil’) fanden wir ein ruhiges, perfektes Plätzchen direkt am Bach. Den Bach nutzten wir am nächsten Tag auch, um diesem hoch  bis zum Wasserfall zu wandern (übrigens bei der Sitter auch sehr empfehlenswert, gell Sämi und Gäbi=))

Nach einem Kurzbesuch in Gori, Stalins Geburtsort, was dort mit dem berühmten Museum und den nach ihm beschrifteten Strassen nicht zu übersehen ist, geht’s dann auch schon wieder nach Kazbegi in die nächsten Berglandschaft.

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