Wieder frische (wenn auch warme) Luft und Ruhe. Ja wir freuten uns, die Stadt hinter uns zu lassen und auf das Land zu fahren. Dieses Mal in die Weinregion Kakheti. Auf der Fahrt wurden wir von einem kleineren, aber wunderschönen Pass überrascht. Danach wurde es flach und wir fanden nach einem kurzen Wäsche-Stopp in Telawi ein wunderschönes Plätzchen am Fluss.

Nach 3 Monaten unterwegs sein und nur konsumieren wollten wir auch mal wieder produktiv sein. Und was bietet sich da besser an als eine Weinregion! Wir fanden via Workaway ein kleines Hotel mit Weinanbau in Napareuli, und machten uns auf, diese wegen Freiwilligenarbeit anzufragen. Was wir vorfanden waren schreiende Kinder, Hektik, und eine Meute von Polen. Die Inhaberin begrüsste uns aber herzlich und bat uns, erst Mal ein Glas Wein zu trinken, ihr Mann komme bald. Also erstmals abwarten. Nach ca. 1,5 Stunden stand der Mann der schon seit eh und jeh neben uns am Tisch sass auf und stellte sich vor als ‚Jacob‘, der Inhaber. Wir seien willkommen so lange wir möchten. Arbeit gibt es genug. Auf eine Einführung wie das Ganze hier läuft warteten wir vergebens. Das kann ja heiter werden.

Glücklicherweise kamen genau an diesem Tag auch die zwei Holländerinnen Mari und Eva an. Sie sind ebenfalls im März mit ihren Fahrrädern in Holland gestartet und wollen ein paar Tage ‚ruhen‘. Mit dem gleichen Schicksal lebt es sich leichter und so sagten wir uns, es mindestens probieren wollen wir es. Wir können ja auch jederzeit wieder gehen. Wir erfuhren, dass er Pole war, was schonmal die Meute an polnischen Gästen erklärte. Der Abend startete mit Khinkhalis (Teigtaschen gefüllt mit Fleisch) und einer Menge Cha Cha (georgischer Grappa) und selbstgebranntem polnischen Schnaps. Für den zweiten Gang fassten wir auch schon unseren ersten Task, Gäste bedienen, und gingen danach ins Bett. Bis jetzt ganz in Ordnung.

Am nächsten Tag fing es an mit Küche putzen. Wir wir merkten, eine Never-Ending Story. Die Küche quillte über von Geschirr, und die Flecken an den Wänden und Böden schienen auch schon älter als von den letzten paar Tagen. Kurzum, bei einer Schweizer Qualitätskontrolle wäre der Betrieb wohl nicht durchgekommen. Aber wir sind ja nicht in der Schweiz und so versuchten wir unser Bestes, die Küche auf Vordermann zu bringen. Die Sauberkeit hielt ca. 2 Stunden, bis Lali und Kato, die hier arbeiteten begannen, das Mittagessen vorzubereiten. Andreas und Eva versuchten gleichzeitig, den vielen Fliegen den Kampf anzusagen. Doch alle gegoogelten Varianten die wir ausprobierten scheiterten. Wir verloren den Kampf gegen die Fliegen kläglich, die mit Wasser gefüllten Plastiksäcke hängen wohl noch die nächsten paar Monate dort oben…

Die Arbeit

Weitere Tasks wie Zimmer reinigen, jätten, und für Andreas Gestell bauen fielen während der Zeit an. Unsere Hauptbeschäftigung in der Küche konnte uns jedoch nicht ganz zufrieden stellen. Wir lernten nichts Neues und konnten auch nicht wirklich etwas bewirken. Das konnten auch die wirklich lustigen Abende mit Cha Cha, Shashlik und viel viel Wein mit den Angestellten nicht ändern und wir beschlossen, bereits vier Tage später weiter zu ziehen.

Die Kultur

Und Freizeit

Alles in allem eine sehr witzige Erfahrung, in welcher wir die polnisch/georgische Kultur nochmals besser kennen lernen durften. Die Angestellten im Betrieb variierten zwischen Kato, einer Frau die selten lacht und einem bei allem was man machte korrigierte. Lali, welche die ganze Zeit auf Georgisch mit sich oder uns sprach, obwohl wir nichts verstanden. Gela, das versteckte Fussballtalent und Hauswart, zum Schluss der Weinbauer und Shashlik-Meister Tengo, der unseren Appenzeller fast so sehr liebte wie seinen Wein. Eine unvergessliche Erfahrung. Aber auch, gut nach vier Tagen weiter zu ziehen, um die Freiheiten beim Reisen wieder umso mehr zu geniessen.

Diese genossen wir am nächsten Tag mit einer Velotour durch die Weinreben, inkl. Weinbesuchen versteht sich. Fast so wie wir das auch in Italien immer pflegen. Im ersten Weingut durften wir dann auch alles über die georgische Weinmethode in den Qvevris lernen. Die Weine werden nicht wie bei uns zusätzlich gefiltert. Wenn gut gemacht, findet man praktisch keine Partikel mehr im Wein. Die nächsten Weingüter waren dann etwas rudimentärer und familiärer, bei welchen die Weingläser voll gefüllt und der Cha Cha gleich auch dazu gestellt wurde. Auch nicht schlecht, wir kamen auf jeden Fall mit einer reichen Ausbeute inkl. 2 abgefüllten Plastikflaschen vom Tasting zurück. Am Abend kam zuvor noch der Bauer, welche seine Kühe hier weiden liess (und auch wegen den Wölfen hier schlief) bei uns vorbei und meldete eine Party für heute Abend an. Ca. 2 Stunden später holte er uns zu Shashlik und viel Cha Cha, mit ihm, und seinem Vater. Der Cha Cha sorgte auf jeden Fall für die Party und jeder ging gut beduselt ins Bett. Er wollte eigentlich am nächsten Tag frischen Fisch machen. Doch der Cha Cha war wohl auch an ihm nicht spurlos vorbei gegangen und so kam er nur noch kurz vorbei, und schenkte uns anstelle zwei Deodorants…

PS: wir sind jetz auch auf Instagram unter selmaontheroad zu finden

2 Replies to “Volunteering in Khaketi”

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