Baku – oder ‚Finde den Farbdrucker‘

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Prio Nummer 1 in Baku war Visa organisieren, zum einen für den Iran, zum anderen für Turkmenistan. So fuhren wir am Mittwoch früh los, um genug Zeit bei den Botschaften zu haben. Also erstmals in Baku auf den 5 Spuren einfahren, vorbei schonmal an den grössten Sehenswürdigkeiten wie den Flame Towers direkt vor die Iranische Botschaft. Die Falsche, wie wir herausfinden, und so geht es wieder an den Flame Towers vorbei raus aus der Stadt ins Ghetto, zur dieses Mal richtigen Botschaft. Doch diese hat nur bis um 13.00 Uhr geöffnet und wir haben die falschen Papiere ausgedruckt. Durch die Hin- und Herfahrt und die falschen Dokumente wurde es schliesslich nach 13.00 Uhr und der erste Versuch mit dem Visa blieb erfolglos. Wir hatten keine andere Wahl als es morgen nochmals zu versuchen. Dafür fanden wir einen gemütlichen Schattenplatz, der sogar Wasser und Strom zu bieten hatte, und schlenderten erstmals dem Boulevard entlang dem kaspischen Meer, vorbei an einem eindrücklichen Bau nach dem anderen.

Am nächsten Tag besser vorbereitet ging es ab in die Iranische Botschaft und erhielten dort die freudige Nachricht, dass wir unser Visum bereits den Tag darauf abholen konnten. Für uns perfekt, dann konnten wir gleich auch noch das Turkmenische organisieren. Auch bei Teil zwei unserer Sightseeingtour wurden wir beeindruckt von grossartiger Architektur, grünen Parks und geschäftigen und lebendigen Strassen. Neue Gebäude und Einkaufszentren schossen aus dem Boden wie Pilze. Was fehlte, waren die sonst üblichen Seiten einer Stadt. Abfall, Dreck, Bettler oder Obdachlose, Partygänger und sonst komische Leute. Die Stadt ist zwar schön, aber doch etwas zu perfekt um wahr zu sein. Auch egal wen man auf den Präsidenten, Sohn des vorherigen Präsidenten ansprach, man fand niemanden, welcher ihn nicht in hohen Tönen lobte. Er wurde ja schliesslich auch mit 83% wiedergewählt. Ob funktionierende Demokratie oder nicht, die Leute schienen gegen aussen zufrieden und das System intakt zu sein.

Am Freitagmorgen konnten wir dann auch ohne Probleme unser Iran Visum abholen. Ein weiterer Schritt für unseren Weg Richtung Osten. Also den positiven Elan gleich nutzen und es auf der Turkmenischen Botschaft versuchen. Doch hier nahm die Erfolgsstrecke ein abruptes Ende. Neben einem Antragsformular und einem Schreiben, bei welchen man den Präsidenten höflichst um ein Transitvisa von 5 Tagen bitten muss, waren diverse in Farbe gedruckte Dokumente notwendig. Und hier kommt die Herausforderung. Finde ein Druckergeschäft in Baku, welches offizielle Dokumente wie bspw. einen Pass in Farbe druckt. Nach ca. 2h in der Hitze von Baku rumtschulpen und Druckergeschäfte absuchen mussten wir einsehen, sie sind nicht existierend. So gingen wir den ganzen Weg zurück zu Selma und nahmen unsere letzten farbgedruckten Pässe hervor. Alle Dokumente ca. 4h später vorgelegt und von der Botschaft genehmigt, war das natürlich noch nicht das Ende des Prozesses. Wir mussten noch auf die Bank eine halbe Stunde entfernt von der Botschaft, je 10 Dollar überweisen und damit wieder zurück. Also nochmals, raus in die Hitze und den grössten Stadtverkehr, bei der Bank nochmals eine Stunde warten, Geld überweisen, und kurz vor Schliessung der Botschaft um 17.00 Uhr die Quittung abgeben. Das war knapp, und anstrengend. Immerhin, wir können das Visum in Teheran abholen. Erst nach solchen mühsamen Applikationsprozessen wird einem wieder bewusst, wie schön wir es doch im grenzkontrollfreien Europa haben. Zumindest administrativ bereit für die nächsten Länder genossen wir am Wochenende nochmals Baku und die Peninsula, inkl. Halt bei der ewig brennenden Flamme Yanar Dag.

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