Die vielen Tage in der Natur bedeuten immer auch viele Tage der Abgeschirmtheit. Kein Empfang, und Internet schon gar nicht. So checken wir also nach langer Zeit wieder unsere Mails in Khujand. Da wir bereits in der zweiten Hälfte unserer Reise angekommen sind, hat Andreas auch mal angefragt, was es für Möglichkeiten für die Rückverschiffung von Selma gäbe und wie teuer dies käme. Und hier kam der Da(e)mpfer. Die Rückverschiffung koste um die 10‘000 Dollar. Meine Güte. Dafür könnten wir die ganze Reise nochmal machen – für uns keine Option. Und schwups, so schnell geht es und aus einem klaren Ziel, immer gen Osten bis nach Wladiwostok, kommt plötzlich die Sinnfrage. Wenn wir nicht verschiffen können, was macht es für einen Sinn noch bis nach Wladiwostok zu fahren? Wir waren von einem Moment auf den anderen ziellos.

Wohin geht die Reise nun, was gibt es für Alternativen? Wir wissen es noch nicht so ganz, prüfen momentan andere Möglichkeiten. Vielleicht per Zug, vielleicht anstatt nach Wladiwostok nach Moskau, oder vielleicht fährt sogar jemand anderes. Vorschläge sind herzlich willkommen. =) Vorerst geht unsere Reise sicher noch weiter über Kirgisistan bis nach Almaty, wo uns Andreas‘ Eltern besuchen kommen.

Beim planen und Optionen durchrechnen, wie es weitergehen soll. Vielleicht weiss es ja der Herr mit dem Kaffee hinter Andreas…

Khujand

Nichtsdestotrotz, die Reise geht weiter. Und so schauen wir in Khujand, der zweitgrössten und wirtschaftstärksten (bzw. die geringst schwächste) Stadt Tadschikistans erstmals die Sehenswürdigkeiten an.

Impressionen vom Bazaar

Auf dem  Weg zum Bazaar sind wir erstmals positiv überrascht, dass am Samstag alle Strassen autofrei sind. Vorbildlich, denken wir uns. Da könnte sich St. Gallen mal ein Beispiel daran nehmen. Dass die Strassen nicht jeden Samstag gesperrt sind, sondern wir soeben einen Besuch des Präsidenten Rahmon verpasst haben, erfahren wir erst, als die Leute bereits wieder das Strassenfest zusammenräumen. Naja, wir haben ihn ja auf den Bildern zu genüge gesehen. Denn wo immer man auch hinfährt, sei das im noch so armen Dorf im hintersten Tal, der Präsident winkt bestimmt von einem Plakat auf die Leute herunter. Auch egal wen man fragt, der Präsident wird hier in höchsten Tönen gelobt. Er investiere in das Land, und nehme nichts in die eigene Tasche. Wie ehrlich das ist, das werden wir wohl nicht erfahren. Nur die wirtschaftlichen Fakten, die sagen etwas anderes. Uns bleibt nichts anderes übrig, als mit dieser Ungewissheit weiter zu fahren, nochmals kurz nach Usbekistan, um nach Kirgistan zu gelangen.

Usbekistan

Viel zu Usbekistan zu erzählen gibt es nicht mehr. Die zwei Tage, welche wir nochmals durch Usbekistan fuhren war es wieder heiss, und was man hauptsächlich sah waren Baumwollfelder. Ein Überbleibsel der Sovietunion, welche zu dieser Zeit im grossen Stil angebaut wurde und die Wasserressourcen aufbrauchte und verschmutzte. Heute werden die Felder nicht mehr maschinell sondern wieder manuell bewirtschaftet. Die Wasserressourcen braucht es jedoch immer noch.

Unterwegs

Immer mal wieder nehmen wir auch lokale Stöppler in unserer Selma mit. Auch hier ergeben sich immer wieder lustige Geschichten. Den jungen Herr beispielsweise baten wir, die Schuhe auszuziehen. Wir haben es bitter bereut. Ein beissender Geruch begleitete uns die gute Stunde, in welcher wir ihn mitnahmen. Der Junge hatte solche Stinkfüsse, dass wir uns gewünscht hätten, er hätte die Schuhe angelassen.

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