Endlich war es soweit, wir traten den Flug nach Moskau an um allen Endes unsere Selma wieder in Empfang zu nehmen. Nervös waren wir schon.. Was wenn sie beschädigt ist oder nicht mehr anspringt? Unser Transporteur hat uns bereits vorgewarnt dass die Batterie wahrscheinlich ersetzt werden muss…
Aber, erst einmal ankommen, Kälteschock von 30 Grad Temperaturunterschied überwinden und das eindrückliche Moskau besichtigen. Vom roten Platz über den Kreml über zum Lenin Mausoleum und dem pompösen GUM-Einkaufszentrum. Wir hätten auch nie gedacht, dass wir jemals die russische Küche feiern würden. Doch die feinen Teigtaschen, mit Fleisch gefülltes Gemüse und natürlich das best bekannte Borsch waren endlich mal wieder etwas anderes als nur Burger, Fish und Chips und Bacon and Eggs; endlich mal wieder herzhaft gekochte Gerichte.


Am Montag war es dann soweit und wir machten uns auf zu unserer Selma. Die Nervosität steigend ging es erstmals eine Weile, bis wir Selma ca. 1h ausserhalb Moskaus auf einem riesigen Parkplatz unter x anderen Lastern gefunden haben. Doch, finally, da war sie, zwar stehend vor Dreck, aber in ihrer alten Form. Die Freude war unbeschreiblich. Wieder bei unserem Zuhause, der treuen Seele die uns das letzte Jahr so problemlos bis ganz nach Osten gebracht hat.


Victor, der Transporteur hat sich bestens um sie gekümmert und sie bereits warmlaufen lassen, sodass wir nur noch einsteigen und losfahren mussten. Das altbekannte Gefühl der Freiheit. Bevor wir die Richtung erstmals nach Westen änderten und Moskau verlassen konnten, waren noch ein paar administrative Angelegenheiten abzuarbeiten; Versicherung, Wasser füllen, Holz besorgen und der allgemeine Einkauf. Da die nächsten Tage nicht mehr unter Null Grad voraussagten, wagten wir es, die Batterie vorerst nicht zu wechseln. Die erste Nacht verbrachten wir dann auch noch auf einem Camping in Moskau, als die wohl einzigen Gäste zu dieser Jahreszeit abgesehen von einem Russen, der uns nur mit einem Badetuch bekleidet aus der Dusche entgegen kam. Also erstmals einfeuern, sich an den alten Luxus eines eigenen Bettes, einem Kleiderschrank, einem ganzen Repertoire an guten Küchenutensilien und fliessendem Wasser gewöhnen und das Ganze bei einem leckeren Fondue geniessen. So fühlt sich zuhause an!


Für die nächsten Tage ist der Wetter Bericht ziemlich mies und die Umgebung ziemlich einseitig. Nadelwald links und rechts soweit das Auge reicht. Wir kommen entsprechend auch zügig vorwärts und erreichen in zwei Tagen und gut 500km bereits die Grenze zu Lettland. Zuerst einmal das Auto genauestens durchsuchen, inkl. Drogenhund der durch die ganze Stube läuft… Doch das sollte es eigentlich gewesen sein, dachten wir. Doch der Zöllner will unbedingt ein bestimmtes Dokument sehen, an das wir uns null erinnern können sowas jemals erhalten zu haben. ‘No document, no Latvia’ beharrt er. So suchen wir nochmals alles erdenkliche durch und finden allen Endes Gott sei Dank im Visum für Kasachstan das besagte Dokument. Was auch immer es beinhaltete, er schien zufrieden und liess uns durch.


Nochmals Glück gehabt. Die Grenze zur EU lief dann einiges einfacher und freundlicher ab und wir konnten allen Endes in die EU einreisen.
Das Wetter besserte sich die nächsten Tage leider nicht merklich und so fuhren wir trotz eigentlich schöner Natur stetig weiter nach Westen. Dazu kam es, so schön die Seenlandschaft auch ist, dass jegliche Zeichen von Erhebungen über 50 Meter fehlen und Flachlandwandern auch im letzten Jahr immer noch nicht unser Ding geworden ist.

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