Selma on Tour mit Verena und Roger – Part 2

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Regen, Regen, Regen

Wie viele von euch wissen, mussten wir uns dieses Jahr mit einem etwas feuchten Sommer auseinandersetzen. Es regnete wie aus Kübeln und 1-2-mal wurde es sogar für Selma zu viel und es tropfte durch Tür und Dach. Wir blieben unserem Entschluss, möglichst immer mit dem Velo zur Arbeit zu fahren treu und testeten unsere Regenbekleidung auf Herz und Nieren. Bei unserem super Plätzli auf dem Bauernhof hatten wir das grosse Glück, dass wir den Tisch unter dem Dach aufstellen konnten und somit unseren Radius immerhin etwas erweitern konnten. Die regnerischen Abende zu zweit in Selma waren dann teilweise schon etwas eng und es kam vor, dass wir uns etwas auf die Nerven gingen 😊. Wir verfolgten jeweils sehr engagiert den Wetterbericht fürs Wochenende, um dann dem Regen zu entfliehen. Das funktionierte ganz gut und im Nachhinein sind wir erstaunt, was wir trotz dem Wetter alles erleben durften. Und wenn man so sehr draussen lebt, dann merkt man auch, dass es gar nicht immer geregnet hat. Etwas, was wir nach unserem Selma-Abenteuer ganz sicher vermissen werden, ist die grosse Flexibilität und Spontanität, die man hat, wenn man immer alles dabei hat. Wir trafen uns oft am Freitagnachmittag in Vielbringen und eine halbe Stunde später waren wir schon on the Road. Die einzige Entscheidung, die es zu treffen gab: mit oder ohne Velo und falls ja: mit Bike oder Rennvelo. Den Rest hatten wir immer gepackt und sowieso dabei. Auch das Nachhause kommen am Sonntagabend war unglaublich effizient. Ankommen, Velos rausschmeissen, Selma aufbocken, Abwasserschlauch anhängen und 15 Minuten später lagen wir schon im Bett 😉. So kamen also über den gesamten Sommer hinweg viele wunderbare Ausflüge und Erlebnisse mit Selma zusammen:

  • Div. Besuche bei Familie und Freunden in der Ostschweiz
  • Rennvelofahrten im wilden Jura
  • Ausflug zum Gus-Rave bei Mario und Elvira in den Flumserbergen
  • Verschiedene Pässefahrten mit dem Rennvelo
  • Wanderung im Grimselgebiet
  • Wanderwochenende im Val d’Herence (Danke an alle Senn’s für die Empfehlung)
  • Alpbesuch im Berner Oberland
  • Rennvelofahrt über die grosse Scheidegg
  • Und noch vieles mehr

Zweite, längere Ferien

Mitte August war es dann endlich so weit. Unsere langersehnten Ferien standen vor der Tür – drei Wochen unterwegs sein mit Selma. Lange haben wir diskutiert, was denn genau der Plan sein soll. Albanien stand zur Diskussion, aber auch Frankreich, Spanien oder Portugal. Schlussendlich entschieden wir uns aber doch, in der Schweiz zu bleiben. Einerseits war die ganze Corona-Situation schwierig einzuschätzen und andererseits waren wir bisher so oft unterwegs gewesen, dass wir für allzu lange Fahrten gar nicht motiviert waren. Ziel war es, aktiv zu sein und natürlich vor allem eines: den bisher doch eher durchzogenen Sommer nachzuholen. Gestartet wurde mit einer wunderschönen Zweitages-Wandertour vom Val Lumnezia via Greina-Hochebene in die Surselva. Begleitet wurden wir dabei von Angi und Domo.

Anschliessend ging es für eine Woche ins Oberengadin. Eine Gegend, die unsere Bergherzen schon seit vielen Jahren höherschlagen lässt. Sie bietet unzählige Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten. Etwas überrascht waren wir, wie voll die Campingplätze immer noch waren. Nach längerem «BittiBätti» fanden wir für Selma dann doch noch ein super Plätzli. Highlights im Engadin waren sicher die Tour auf den Piz Julier, die Biketour über den Albulapass und die Rennvelotour über den Flüelapass. Vom vielen spörtleren war Verena dann so auf dem Hund, dass wir einen Pausentag mit Brunch am Stazersee und einen Plüttli-Tag in der Sauna in Pontresina einlegen mussten, damit sie wieder zu Kräften kam.

Verena im Aufstieg auf den Piz Julier

Erschöpft von so viel Sport ging es dann weiter in Richtung Tschiertschen. Dort stand ein Abstecher mit dem Bike und Besuch auf der Alp bei Freunden aus Vielbringen auf dem Programm. Nach einem feinen Zmittag und einer erfolgreichen Kuh-Zügel- und Yak-Einfangaktion ging es dann weiter auf den San Bernardino Pass, wo wir direkt am See eine wunderschöne Nacht verbrachten.

Selma auf dem Passo del San Bernardino

Jetzt stand etwas Erholung auf dem Programm, waren die Beine doch mittlerweile ziemlich müde. In Bignasco im Maggiatal fanden wir einen schönen Stellplatz. Und da es nicht mehr ganz so viele Touris hatte, durften wir auch länger als die eigentlich erlaubte eine Nacht bleiben. Auch hier waren wir erstaunt über die Menge an Camper- und Büsli-Touris und so erhielten wir jeden Abend ca. 20 neue Nachbarn, die am nächsten Tag wieder weg waren. Wie es sich gehört in der Schweiz, blieb jeder schön in und um sein schönes Büsli, das hat uns wirklich sehr fasziniert 😊. Im Maggiatal gönnten wir uns etwas Ruhe beim Sünnela, Baden am Wasserfall bei Bignasco und schlendern durch die wunderschönen Tessiner Dörfer. Aber wie das halt bei uns so ist, können wir uns nicht länger als einen Tag stillhalten, schon brauchen wir das nächste Abenteuer. So ging es keine zwei Tage und wir waren bereits wieder in den Bergen beim Lago die Robie anzutreffen. Selbstverständlich durften auch die kulinarischen Highlights nicht fehlen – Pizza, Pasta, Pesto, Burrata, Mozzarella, Vino, Bramata.

Nach einer ergiebigen Woche im Maggiatal ging es dann weiter ins Bleniotal. Wir hatten bereits einiges darüber gehört, vor allem, dass es noch nicht so überlaufen ist und fürs Biken top sei. Stationiert waren wir auf dem superschönen und herzlichen Camping in Acquarossa. Neben div. Biketouren im Tal und der Umgebung (u.a. Val Malvaglia und Val die Campo) genossen wir auch eine wunderschöne Wanderung durch den grössten Arvenwald des Tessins bis auf den Lukmanierpass. Das Tal hielt, was es versprach und bietet angenehmen, sanften Tourismus und grandiose, wenig befahrene Biketrails. So verging auch diese Woche wie im Flug und nach einer Übernachtung auf dem Lukmanierpass ging es für uns via Abstecher in die Ostschweiz inkl. Familienbesuch zurück nach Vielbringen.

Das Schöne am Ende unserer Ferien war, dass wir nicht zurück in eine Wohnung mussten, sondern wussten, dass wir nochmals zwei Monate in und mit Selma wohnen konnten und das Leben eigentlich etwas ferienmässig weiterging 😊. Der Spätsommer zeigte sich mit voller Pracht. Wir konnten wochenlang jeden Abend einen traumhaften Sonnenuntergang geniessen, nochmals ausgiebig unsere Wädli beim Rennvelofahren trainieren und uns gegen die Kälte abhärten.

Im September verbrachten wir viel Zeit in der Westschweiz und im Wallis. Am Lac de Joux gönnten wir uns ein entspanntes Wochenende und genossen die ruhigen Wälder im wunderbaren Jura und futterten Burger in einem Hipster-Laden. Dabei stellten wir fest, dass unser Französisch doch etwas eingerostet ist.

Roger am Lac de Joux. Definitiv ein magischer Ort.

Das Wallis hat es uns schon lange angetan. Landschaftlich ist es atemberaubend und die Menschen sind einfach wunderbar. Und natürlich nicht zu vergessen, der gute Weisswein. Und weil es im Wallis immer ein paar Grad wärmer ist, gönnten wir uns gleich zwei Wochenenden hintereinander etwas Sonne. Verena stellte sich ihrer wohl grössten Rennvelo-Challenge in ihrem Leben und erklomm 1700 Höhenmeter auf den Col du Sanetsch und sie fragte sich, wie es Menschen geben kann, die so etwas mal 5 an einem Tag schaffen 😊.

Kurz vor der Ankunft auf dem Col du Sanetsch brennen die Wädli ziemlich.

Wir besuchten Fredy (Papa von Roger) und Christina (Ehefrau von Fredy) in Birgisch, die dort ihre Ferien verbrachten. Und eine Woche später schafften wir es, nach vielem Hin und Her, die Entscheidung zu treffen, wieder an den heissgeliebten Herbsttanz auf der Belalp zu gehen. Unsere treuen Begleiter*innen Mario und Elvira waren leider verhindert, aber Lea (Schwester von Verena) hat uns tatkräftig beim Tanzen und Abfeiern unterstützt und wir verbrachten einen wunderbaren, sonnigen Tag in den Bergen mit viel Bier und vielen netten Menschen (Walliser halt 😉).

Und so verging vor lauter Tanzen und Abenteuer die Zeit wie im Flug und es wurde Herbst. Ein wunderschöner Herbst, der sich uns in all seinen Farben zeigte. Das Leben draussen hat uns gelehrt, unsere Augen noch weiter zu öffnen und die Schönheit der Natur noch achtsamer zu geniessen als früher. Hoffentlich können wir das lange so beibehalten!

Einer der magischen Sonnenuntergänge in Vielbringen

Mit dem schönen Herbst kam aber auch die Ernüchterung und das Bewusstsein, dass sich unser Abenteuer langsam dem Ende zuneigte. Umso mehr wollten wir noch jede Minute auskosten.

Ein wunderbares Weekend verbrachten wir mit Nina und Bralli im Tessin. Sie luden uns zu unserer Hochzeit an einen magischen und sehr sehr empfehlenswerten Ort ein. Die Capanna Nimi im Tessin. Ein Ort, zum Verweilen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Nach diesem genussvollen Abenteuer (obwohl, der 2. Tag war weniger genussvoll, wir mussten nämlich 1600 Höhenmeter Treppen heruntersteigen) im Tessin ging es für uns weiter nach Italien. Endlich durften wir Selma auch mal etwas von der weiten Welt zeigen, wenn auch nicht so weit wie Michelle und Andy mit ihr waren 😊. In Cinqueterre genossen wir ein paar Tage das Meer und die noch sehr warmen Temperaturen. Touristen waren nicht mehr viele zu sehen und so hatten wir die Gegend fast für uns allein. Wie immer, und jetzt könnte man meinen, wir machen nie was anderes, schwangen wir unsere heissen Füdli aufs Rennrad und wanderten durch die Rebberge. Roger musste leider auch noch etwas für seine Prüfungen lernen und so machte sich Verena auch mal alleine auf den Weg, die Gegend zu erkunden. Auch für einen Schwumm im Meer war es noch warm genug. Da wir etwas ausserhalb der Saison da waren, waren bereits viele Restaurants und Bars geschlossen. Trotzdem fanden wir immer wieder mal ein hübsches Plätzchen und Verena konnte sich ihren Eiskaffee gönnen, der bei ihr zum obligaten Meerprogramm dazugehört. Ernährt haben wir uns eine Woche primär von Pasta Pesto, weil wir von Nina und Bralli gelernt haben, dass das eigentlich das Beste ist. Und tatsächlich, es ist wirklich verdammt gut 😊.

Und schon waren die Ferien wieder vorbei und dementsprechend auch fast unsere Selma-Zeit. Nur noch eine Woche blieb uns.  Nach einem wunderbaren Abschiedsapéro auf dem Bauernhof kam vor allem der emotionale Abschied von Selma. Wir genossen noch einige Abende zu dritt und versuchten langsam, wieder etwas Distanz zwischen uns und Selma zu schaffen, um den Abschied nicht so schwer zu machen. Und doch, es fiel uns schwer, sehr sogar!!! Die Zeit war wunderbar und kann uns niemand mehr nehmen. Wir sind glücklich und froh darüber, dass wir uns gemeinsam auf dieses Abenteuer eingelassen haben und sind sicher, dass wir Selma irgendwann wieder einmal entführen werden, ob für kurz oder lang. Doch jetzt wartet ein anderes Abenteuer auf sie und wir freuen uns jetzt schon auf die neuen Geschichten hier im Blog 😊

Danke Selma, Andi und Michelle. Es war eine super Zeit!

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